Geschichtsprojekt: Das vergessene KZ Słońsk

Im Rahmen eines Schulprojektes, dass seit mehreren Jahren viel Zuspruch seitens der Schüler weckt, wurde das in Vergessenheit geratene Konzentrationslager in Słońsk/ Sonnenburg als Erinnerungsort erarbeitet. Hierbei wurde ein reger Austausch mit Schülern der Schule in Słońsk und des Bernhardinums geschaffen, der neben der historischen Arbeit mit Zeitzeugen und der konkreten Arbeit vor Ort deutschen und polnischen Jugendlichen einen gemeinsamen Begegnungsort bietet.

Am 3.3.2017 fand eine Ausstellung in den Räumlichkeiten des Bernhardinums statt, in welcher die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Wir danken dem Kollegen Franz-Josef Niehus für sein unermüdliches Engagement, der das Projekt vor Jahren auf den Weg brachte.

Sonnenburg in Bildern und Worten

Auf  Informationstafeln und Fotografien zeigten Schüler des Bernhardinums und der Partnerschule in Słońsk die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projektarbeit. Bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend waren auch Vertreter aus Slonsk dabei.

Hier können Sie den Zeitungsartikel der Märkischen Oderzeitung einsehen.

 

Revitalisierung der Friedhofs-Gedenkstätte

Die Projektidee, welche im Vorfeld realisiert wurde, gestatltete sich wie folgt.

Wo Handwerk und Geschichte aufeinandertreffen- Die Revitalisierung der Friedhofs-Gedenkstätte in Słońsk, 24.-26-09.2015

Idee:
Auf dem Ort Słońsk/Sonnenburg lastet ein schwieriges Erbe. Im Nationalsozialismus errichtete man hier eines der ersten KZ’s, in dem während der Nazi-Diktatur etliche politische Gefangene und „deutschfeindliche“ Ausländer inhaftiert wurden. In der Endphase des Krieges starben aufgrund eines geplanten Massakers über 800 Inhaftierte. Die Auseinandersetzung mit den Folgen des Nationalsozialismus muss ein ständiges Bestreben bleiben, um die Erinnerung an das Unrecht, die Verbrechen und die Opfer wach zu halten.
Die Gedenkstätte in Słońsk/Sonnenburg und die Friedhofs-Gedenkstätte sind solche Orte der Erinnerung. Um sie zu einem aktiven Ort zu gestalten, an dem die Geschichtsvermittlung und Erinnerungskultur betrieben wird, sollen sich in einem zweitägigen Workshop Jugendliche aus Deutschland und Polen zusammenfinden und in gemeinsamer Arbeit die Friedhofsanlage instand setzen. Durch die praktische Arbeit an diesem historischen Ort lässt sich auf direktem Wege ein Zugang zur Vermittlung und Aufarbeitung der schwierigen Geschichtsthemen finden. Die Arbeit am Objekt fördert zudem einen sachgerechten, bewussten Umgang mit Kulturerbstätten sowie den Erwerb handwerklicher Fähigkeiten im Bereich Garten-, Friedhofs- und Denkmalpflege.
Projektziel:
Wesentliche Ziele des Workshops sind die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus sowie die Pflege der Erinnerungskultur, um dem Vergessen entgegen zu wirken. Denn „Wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ (Santayana) Die Pflege und Instandsetzung der Friedhofs-Gedenkstätte durch die Jugendlichen hat mehrere positive Effekte: Zum einen pflegen die Teilnehmer durch die aktive Arbeit auch aktiv die Erinnerungskultur. Sie treten in einen Dialog miteinander, erwerben soziale Kompetenzen und ein Verständnis für die jeweilige Kultur des Anderen.
Nebenziele:
Der interkulturelle Austausch der Jugendlichen fördert die sprachliche Kompetenz der Teilnehmer, die motiviert werden, sich auf Englisch zu verständigen. Auch führt die Zusammenarbeit zum Abbau von Ressentiments und zur Förderung von Toleranz.
Der Kontakt zu Fachleuten in der Gartenpflege und Museumskunde sowie die Begegnung mit deutschen und polnischen Zeitzeugen intensiviert die Erfahrung und fördert einen persönlichen Bezug zu der Thematik. Die Instandsetzung der Friedhofs-Gedenkstätte hat auch zum Ziel, die Identifizierung der Bewohner mit dem Ort zu steigern und persönliches Engagement zu fördern. Auch dient die Begegnung der Vertiefung der Beziehungen zwischen den zwei Schulen aus Deutschland und Polen, die zum wiederholten Male und als Fortsetzung an diesem Workshop teilnehmen. Es ist ein Anliegen aller, die Zusammenarbeit nachhaltig zu festigen und fortzuführen.

Zielgruppe:
Zehn Jugendliche aus dem Schulzentrum Berhardinum in Fürstenwalde und zehn Schüler aus der Schule Słońsk in Polen im Alter von 14-16 beziehungsweise 16-18 Jahren.
Organisation:
Für die Durchführung des Workshops sind insgesamt 20 Jugendliche aus Deutschland und Polen vorgesehen sowie Fachpersonal aus der Garten- und Denkmalpflege sowie Historiker mit Spezialwissen über Słońsk. Für die inhaltliche Vermittlung werden vier Zeitzeugen aus Deutschland gewonnen.
Drei Teamer kümmern sich um die Organisation und die Betreuung der Jugendlichen. Ein Teamleiter fungiert als Ansprechpartner in allen Fällen. Zwei Übersetzer unterstützen bei der Kommunikation zwischen den deutschen und polnischen Schülern.

Projektgruppe:
Das Projekt wird als Kooperation zwischen der Stiftung Brandenburg und der Kulturerben GbR realisiert. Die Projektgruppe besteht aus vier Teilnehmern:
• Karl-Christoph von Stünzner-Karbe (Stiftung Brandenburg)
• Heiko Krueger (Kulturerben GbR)
• Kamila Palubicka (Kulturerben GbR)
• Katrin Westphal (Kulturerben GbR)

Projektpartner:
• Stiftung Brandenburg Fürstenwalde/Spree
• Gemeinde Słońsk, vertreten durch den Gemeindevorsteher Janusz Krzyskow
• Schule Słońsk, vertreten durch die Direktorin Urszula Jarmuszka
• Schulzentrum Bernhardinum Fürstenwalde/Spree

 

Hier können Sie einen Zeitungsartikel der Märkischen Oderzeitng von der Arbeit der Projektgruppe aus dem Sommer 2014 einsehen.