Den Projektgedanken in die weite Welt hinaustragen – Jahresrückblick 2019

2019 – was für ein Jahr für unser Integrationsprojekt Communis! Mit der Fertigstellung unserer Flyer zum Jahreswechsel sind wir mit voller Vorfreude und großen Erwartungen in das neue Kalenderjahr gestartet. Doch zunächst mussten wir den ersten Rückschlag an den Tagen der politischen Bildung verkraften. Nachdem wir im vorangegangenen Jahr mit unserem Projekt vertreten waren und zwei sehr intensive und erlebnisreiche Tage hatten, konnten wir mit unserer Idee in diesem Jahr nur eine Handvoll Schüler*innen begeistern, weshalb unser Projekt aufgrund mangelnder Beteiligung nicht stattfinden konnte.

Umso entschlossener haben wir direkt nach den Winterferien für Communis geworben – erstmals auch in den Klassenstufen 7 und 8. Es sollte sich lohnen: Bei unserem ersten Treffen des Jahres waren nicht nur Jugendliche und Betreuer der Clearing-Stelle Alma anwesend, sondern insgesamt 53 Schüler*innen aus allen Jahrgangsstufen und von beiden Schulformen! Hauptanliegen des Treffens war ein gemeinsamer Austausch über die Ausflüge und Aktivitäten, die wir in diesem Jahr durchführen wollen.

Natürlich ist uns bewusst, dass es einige der anwesenden Schüler*innen u.a. zu unserem Treffen verschlagen hat, um für zwei Stunden nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen. Allerdings waren an dem Tag auch einige zum ersten Mal anwesend, die sich anschließend mit sehr großem Engagement eingebracht haben. Dazu zählten auch eine Schülerin und ein Schüler aus der 8. Jahrgangsstufe, die die umfangreiche Antragsstellung für Fördermittel bei der Organisation CHILDREN Jugend hilft einschließlich der Kommunikation mit öffentlichen Einrichtungen fast komplett selbstständig übernommen haben – ein Novum in unserem Projekt!

Und der Aufwand hat sich gelohnt, denn wir konnten dank der erhaltenen finanziellen Mittel zwei wundervolle Ausflüge durchführen. Am 20.06.2019, dem ersten Tag der Sommerferien, sind wir gemeinsam mit Jugendlichen von Alma mit Kanus von Fürstenwalde nach Hangelsberg gefahren. Ein großartiger Tag, bei dem alle auf ihre Kosten kamen und der am Ende noch mit einem Grillabend abgerundet wurde. Ähnlich sportlich ging es auch beim zweiten Ausflug am 18.09.2019 zu, als wir in den Kletterwald nach Bad Saarow fuhren. Hier konnten die Jugendlichen nicht nur ihre eigenen Grenzen austesten und überwinden, sondern haben auch in kooperativen Aufgaben gelernt, einander zu vertrauen und aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Doch es ging bei unseren Aktivitäten nicht nur um Sport. So haben wir am 21.05.2019 in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Fürstenwalde und der KWU Landkreis Oder-Spree eine Umweltaktion durchgeführt, bei der wir ein Waldgebiet von Müll befreit haben. Dabei sind in nur zwei Stunden eine große Ladung an herrenlosem Müll zusammengekommen, den wir anschließend noch sachgerecht entsorgt haben. Das war in der Tat eine Menge Arbeit, aber die war niemandem anzusehen. Stattdessen herrschte bei allen Beteiligten eine Menge Freude beim gemeinsamen Anpacken.

Das Highlight des Jahres war wieder Mal unsere 3-tägige Fahrt, die wir nun bereits zum zweiten Mal durchführen konnten. Dieses Mal hat es uns nach Hirschluch verschlagen. Bei keiner anderen Aktivität verbringen unsere Schüler*innen so viel Zeit mit geflüchteten Jugendlichen und es ist wirklich etwas Besonderes, zu beobachten, wie sich alle Beteiligten von Stunde zu Stunde immer besser verstehen und allmählich zu einer Gemeinschaft werden – der wahre Gedanke von Communis.

In diesem Zusammenhang freut es uns sehr, dass wir all die genannten Aktivitäten mit der Einrichtung Alma auf die Beine gestellt haben und in den dort involvierten Menschen mehr als nur einen treuen Kooperationspartner gefunden haben. So haben wir es auch ihnen zu verdanken, dass unsere wöchentlichen Begegnungen (Sport und Kochen) das ganze Jahr über aufrechterhalten werden konnten. Natürlich gilt an dieser Stelle auch ein besonderer Dank an alle Schüler*innen, die sich an unserem Integrationsprojekt beteiligen – ohne euch wäre es nicht möglich!

Aus der Initiative zweier Schülerinnen (7. Klasse) ist auch der Instagram unseres Projektes ins Leben gerufen worden. Wenn auch (noch) nicht hoch frequentiert, so ist es doch ein weiterer Schritt, unseren Projektgedanken in die weite Welt hinaus zu tragen. Auch im Kollegium und bei der Schulleitung erfahren wir immer mehr Zuspruch und Anerkennung, was z.B. auch dazu führte, dass wir als wichtiger Bestandteil unseres Schulprogramms mit einer eigenen Stellwand beim Tag der freien Schulen das Bernhardinum präsentiert haben und auch beim Sommerfest mit einem eigenen Stand vertreten waren. Und kurz vor Jahresende erreichte uns sogar die Nachricht, dass wir einen Integrationspreis gewonnen haben! Aber da die Preisverleihung erst in 2020 stattfindet, wollen wir dazu noch keine Einzelheiten vorwegnehmen 😉

Tobias Lobeda (Lehrer für Sport und Englisch)