Musikprojekte (Archiv)

 

„Die Spur von morgen“ – Musikjahresprojekt 2019/20 am Bernhardinum

 

Mit dem Oratorium „Die Spur von morgen“ bieten wir am Bernhardinum in Fürstenwalde das 12. Musikjahresprojekt in Folge an. Jugendliche der Sekundarstufen I und II aus Oberschule und Gymnasium werden in Chor und Orchester, mit Solopartien und szenischer Rahmenhandlung das Werk aus dem Genre „Neues Geistliches Lied“ einstudieren. Dafür treffen sie sich zu Proben parallel zum Unterricht, den sie allerdings nacharbeiten müssen. Diese „Normalproben“ werden durch zwei Übernachtungsproben im Oktober und Mai ergänzt. In den langen Extraproben mit Übernachtung in der Schule finden wesentliche Teile der uns immer wichtigen Gruppenprozesse statt und es kann viel intensiver gearbeitet werden.

Dies gilt insbesondere auch für die Projektfahrt im Dezember in die Jugendbildungsstätte Hirschluch in Storkow. Aus schulorganisatorischen und finanziellen Gründen liegt der Fahrtenzeitraum über das dritte Adventswochenende. Die besondere Kirchenjahreszeit im Advent bietet zusätzliche Anknüpfungspunkte für die religiöse Arbeit, die neben den musikalischen Proben im Mittelpunkt der Tage steht. In vielfältiger Methodik und mit ständigem Bezug zum Werk werden sich unter Anleitung mehrerer Religionslehrkräfte kleinere Gruppen thematisch mit dem Beginn des Christentums, den Herausforderungen der ersten Anhänger Jesu und speziell der schillernden Gestalt des Paulus beschäftigen. Dabei bleibt neben dem musikalischen Kontext und der historischen Reflexion die persönliche Relevanz der thematisierten Aspekte das Hauptanliegen der Projektarbeit. Die Situation der ersten Christen, sich Anfeindungen ausgesetzt zu sehen und dabei dann Haltung zu zeigen; die Zusage Jesu, das Gott für alle der „Ich-bin-da“ sein will; die Wandlungsmöglichkeit Paulus‘, der Überzeugungen umkrempelt und die Konsequenzen dessen aushält  – all das sind Ansatzpunkte, über die sich die Schüler*innen mit dem Werk identifizieren können.

Besonderheit dieses Oratoriums ist eine szenische Rahmenhandlung. Hier wird mit Mitteln des Sprechtheaters der Zuhörer „an die Hand genommen“ und mit in die Geschichte hinein geführt. Auch das Publikum wird so Teil der thematischen Auseinandersetzung und kann sich im Laufe des Konzertes Identifikationspunkte mit den unterschiedlichen Positionen suchen.

Ein Teil der Ergebnisse, die in den Gruppenarbeiten auch praktisch erstellt werden, führt voraussichtlich zu einer Ausstellung, die im Dom bei den Abschlusskonzerten in der Winterkirche angeschaut werden kann. Premierenempfang und Abschlussfeier runden inzwischen traditionell die Konzerte ab und sind unter anderem Ort des Austausches zwischen Publikum und den Musizierenden nach den Aufführungen.

Der Komponist der „Spur von morgen“, Gregor Linßen, ist mit uns seit vielen Jahren im sporadischen persönlichen Kontakt. Nachdem wir bereits mehrere Projekte mit Werken aus seiner Feder durchgeführt haben, kamen auch in diesem Jahr keine Einwände, das Originalnotenmaterial auf unsere Bedürfnisse zuzuschneiden und entsprechend zu orchestrieren. Die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit der ehemaligen Schülerin Josephine Nagorsnik, die inzwischen ausgebildete Komponistin nach einem Studium in der Schweiz ist, hat uns zu einer weiteren Kooperation ermutigt. Sie wird uns die Stücke umarbeiten, sodass wir alle Schüler*innen mitmachen lassen können, die ins Orchester möchten und niemanden aus „organisatorischen“ Gründen ausschließen müssen. Entsprechendes gilt für die Chorstimmen und vocalen Solopartien.

 

Klangperlenkette 18/19

 

Klangperlenkette 18/19

Das Musikjahresprojekt 18/19 war im elften Jahr erstmals ein reines Orchesterprojekt. Die ehemalige Schülerin Josephine Nagorsnik ist nach ihrem Studium in der Schweiz fertige Jazzposaunistin und Komponistin und hat uns für die aktuelle Besetzung des Orchesters Stücke der jüngeren und älteren Rock- und Popgeschichte „auf den Leib“ geschrieben. Unter Berücksichtigung der Fähigkeiten sowohl der zahlreichen Neuzugänge im Orchester als auch der versierten langjährigen Mitglieder hat sie Arrangements zu einer Art Suite entwickelt, die eine vielfältige Palette an Stilen und Klangfarben abdeckt. Aber immer wieder waren für das Publikum „alte Bekannte“ im sinfonischen Gewand wiederzuerkennen und man konnte sich an den Perlen freuen, die wir ein wenig jenseits des Mainstreams der „größten Hits der 70er, 80er und so weiter“ ausgewählt haben.

Persönliche Verbindung zu den einzelnen Titeln spielten eine ebenso große Rolle wie der Anspruch, der aktuellen Schülergeneration eher weniger bekannte aber musikalisch wertvolle Stücke nahezubringen. Die inhaltliche Annäherung mit Hilfe der Entstehungsgeschichte der Nummern im Originalkontext, die persönliche Auseinandersetzung und spirituelle Reflexion mit den Themen und der vielfältige Austausch hierüber stand neben der intensiven Probenarbeit im Mittelpunkt der Fahrt in die Jugendbildungstätte Hirschluch in Storkow. Auch in diesem Projektjahr waren diese Tage damit wieder echte „Tage der religiösen Orientierung“, die unsere Mitwirkenden über die reinen Töne hinaus geprägt, motiviert und bewegt haben.

Die Plakatgestaltung übernahm ein Kunstkurs des zwölften Jahrgangs.

Die Konzerte am 24. und 25. Mai in der eonEdis-Halle neben dem Bernhardinum waren gut besucht und boten ein in ungewohnter Umgebung ganz besonderes Erlebnis.

The Peacemakers

Das Projektjubiläum – 10 Jahre Musik-Jahresprojekt

Karl Jenkins: The Peacemakers

Im begonnenen Schuljahr gehen wir am Bernhardinum in die zehnte Runde jährlicher Musikjahresprojekte, in denen wir mit Chor und Orchester ein gemeinsames Programm mit dem Ziel zweier Abschlusskonzerte kurz vor den Sommerferien erarbeiten. Bewährt hat sich das zu Beginn dieser Tradition eingeführte Konzept, neben der musikalischen Erarbeitung die Inhalte der Musik religiös-thematisch zu reflektieren und die einwöchige Probenfahrt im Januar als „Tage religiöser Orientierung“ zu gestalten. So werden wir auch im Winter 2018 in die Jugendbildungsstätte Hirschluch fahren, um uns mit dem inhaltlichen Unterbau der Musik zu befassen und damit entsprechend unseres Projektansatzes eine ganzheitliche Auseinandersetzung und Identifikation zu erreichen.

Doch damit zum Werk, für das wir uns gemeinsam in diesem Jahr entschieden haben: Rund 140 Kinder und Jugendliche der Klassen fünf bis zwölf sowie einige Ehemalige befassen sich mit „The Peacemakers“ von Karl Jenkins. Texte unterschiedlicher „Friedensstifter“, deren religiös-kulturelle Herkunft überaus verschieden ist, hat Jenkins für Chor und Orchester in Musik gebracht. Dabei kommen die regionaltypischen musikalischen Einflüsse an vielen Stellen zum Vorschein und bieten eine beeindruckende Vielfalt an Stilen. Von der symphonisch-mächtigen Ballade über ein keltisch-tänzerisches Gebet bis zur ruhigen Abendmeditation reicht der Spannungsbogen. Jeweils berücksichtigt wird dabei die Herkunft der Autoren, deren Texte Jenkins verarbeitet. Dabei findet Martin Luther King neben Gandhi, der Dalai Lama neben Anne Frank, der alttestamentliche Psalm neben persischen Versen seinen Raum.

Auch zum zehnten Konzert werden wir wieder im Dom von Fürstenwalde zu Gast sein dürfen – ein Ort, der uns als Konzertort unserer Projekte zur vertrauten Heimspielstätte geworden ist. Dankbar dafür freuen wir uns bereits jetzt auf den Höhepunkt des Jubiläumsprojektes und laden herzlich ein zu Premiere und zweitem Konzert am 22. und 23. Juni 2018!

Stephan Peters

(Gesamtleitung Musikjahresprojekt)

mit dem Leitungsteam „Peacemakers 17/18“

Keltische Messe 16/17

In Fortsetzung der fruchtbaren Projektarbeit der vergangenen Jahre wurde für das begonnene Schuljahr 2016/17 die Keltische Messe „Das Licht in unseren Herzen“ des evangelischen Texters Eugen Eckert und des katholischen Komponisten Peter Reulein gewählt. Inspiriert von Versen des irischen Missionars Columban aus dem 6. Jahrhundert werden die geistlichen Ansätze der ökumenischen Kommunität von Iona in eine Messe gefügt, deren Musik keltische Elemente, irische Tradition und modernes Neues Geistliches Lied verbindet. Dass der Chor von einer kleinen Folkband begleitet wird, stellt die Musikerinnen und Musiker des Orchesters vor neue Heruasforderungen. Einige spielen in diesem Ensemble, die meisten anderen musizieren Orchestermusik aus thematisch passenden Zusammenhängen.

Das Chorarrangement wird im Wesentlichen aus der Originalfassung übernommen und bietet in zwei- bis vierstimmigen Sätzen sowie Solopassagen zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Die Einbindung der „Chorklassen-Projekt-AG“ der Grundschule wird damit möglich. Im Wesentlichen wird die Chorarbeit durch die beiden MusikFachkolleginnen Frau Milchmeyer und Frau Müller geleistet. Beide studieren die Passagen mit der großen Chorgruppe ein, sodass das Teilergebnis dann in die Gesamtarbeit eingefügt werden kann. Das Orchester studiert mehrere Suiten und voraussichtlich ein kleines Solokonzert für Irische Flöten ein, diese Titel werden die Keltische Messe am Konzertabend dann einrahmen.

Chor und Orchester arbeiten an rotierenden Probentagen zweistündig etwa alle drei bis vier Wochen parallel zum Unterricht in Satz-, Register- und Tuttiproben. Der inzwischen bewährte Einsatz von SchülerInnen und Ehemaligen zur Probenteilung ist hier besonders hilfreich und förderlich. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Förderung von Verantwortung durch selbstständige Teilprobenleitung, deren Vorbereitung und anschließende Reflexion mit der Gesamtleitung des Projektes.

Zentraler Ansatz der Projektarbeit ist nach wie vor die thematisch-religiöse Einbettung der musikalischen Arbeit. Inhalte der Texte werden besprochen, Themen vertieft und eigene Auseinandersetzung damit angestoßen und begleitet. Im Wesentlichen findet dies während der fünftägigen Fahrt in die Jugendbildungsstätte Hirschluch in Storkow im Januar statt. Darüberhinaus werden auch bei vielen Gelegenheiten der „normalen“ Probenarbeit über die rein musikalische Ebene hinausgehende Aspekte thematisiert und zur vollständigen Interpretation der Stücke verdeutlicht.

Im Hirschluch wird in zahlreichen Einheiten parallel zu den Proben durch religionspädagogische Angebote von katholischen und evangelischen Lehrkräften des Bernhardinums in diesem Sinne gearbeitet. Unter der fachkundigen Leitung von Frau Strauch und Schulpfarrerin Frau Draeger sind in diesem Jahr auch Oberstufenschülerinnen an diesem Part beteiligt. Verschiedenste Methoden werden altersdifferenziert und inhaltlich angepasst angewandt, um in kleinen Gruppen und als große Gemeinschaft einen ganzheitlichen Zugang zur Keltischen Messe zu eröffnen. Damit wird möglich, dass durch die persönliche Auseinandersetzung mit allen Facetten des Werkes am Ende in den Konzerten nicht nur die richtigen Töne produziert werden, sondern mit ganzer Seele wirklich musiziert wird. Die Reaktionen der Zuhörenden auf die Atmosphäre der Abschlusskonzerte sprechen in diesem Zusammenhang für sich.
Den unbestrittenen Höhepunkt bildet die Konzertphase am Ende des Projektzeitraumes, wo nach einer zusätzlichen Probenübernachtung auf dem Schulgelände und intensiven Haupt- und Generalprobentagen das Werk im Dom zu Fürstenwalde zur Aufführung gebracht wird. Der räumlichen Situation des Bernhardinums geschuldet, finden alle größeren musikalischen Veranstaltungen der Schule hier statt. Neben dem räumlichen Vorteil, mehrere hundert Besucher an zwei Konzertabenden empfangen zu können, kommt hier auch das gute Miteinander der katholischen Schule mit der evangelischen Domgemeinde zum Ausdruck. Der ökumenische Ansatz
der musikalischen Ebene unseres in diesem Jahr gewählten Stückes wird damit noch in einer weiteren Dimension erlebbar. Gerahmt werden beide Konzertabende durch eine Premierenfeier sowie eine Abschlussbegegnung, die inzwischen traditionell von Eltern und Ehemaligen sowie Geschwisterkindern der Mitwirkenden kulinarisch gestaltet werden. Eine Ausstellung mit den darstellbaren Ergebnissen der Januarfahrt, Bildern der Projektzeit und ein ausführliches Programmheft dokumentieren unsere Arbeit und runden das Gesamtergebnis ab.
Stephan Peters (musikalische und organisatorische Gesamtleitung)

 

 

Lied vom Licht 15/16

Das gewählte Stück Im Schuljahr 2015/16 erarbeitetenn rund 100 Beteiligte die Messe Lied vom Licht von Gregor Linßen für Chor und Orchester. Schon mit Blick auf das Schuljubiläum im Herbst 2016 fiel die Entscheidung für dieses schon am Beginn der Projektgeschichte aufgeführte Stück. Schülerinnen und Schüler aller Schulformen des katholischen Schulzentrums Bernhardinum wurden jahrgangsübergreifend aus den Klassen sechs bis zwölf für ein Jahr zusammengeführt und bildeten den Projektchor und das aktuelle Orchester. In monatlichen Proben, die wie bewährt in den laufenden Schulbetrieb integriert wurden, arbeitetenn wir musikalisch in Register- und Komplettproben und nahmen dabei die inhaltlichen Aspekte dieser Lieder einer Messe immer wieder in den Fokus, um auch diese Ebene klanglich wirksam werden zu lassen. Um alle motivierten jugendlichen Orchestermusiker einbinden zu können, haben wir eine auf unseren Bedarf zugeschnittene Fassung des Werkes arrangieren lassen. Arbeitsstruktur In der Orchester- und Chorleitung wird seitens der leitenden Lehrkräfte in Teams vorgegangen, sodass der endgültige Klang nicht von einer Einzelperson vorgegeben, sondern gemeinsam der prozesshafte Charakter der Werkerschließung erlebbar wird. Die soziale Dimension gemeinsamen Musikerlebens und die Umsetzung der gesungenen Inhalte ist uns in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Zudem haben wir in diesem Jahr erstmals regulär eine Helferebene aus Schülern eingerichtet, die für unterschiedliche Bereiche (Satzproben im Orchester und Chor, technische Durchführung etc.) eigene Verantwortung bekam. Damit wurden Kompetenzen auf Schülerseite noch zuverlässiger eingebunden und stärker gewürdigt. Die Fahrt Im Januar 2016 fand wieder eine Fahrt in die Jugendbildungsstätte Hirschluch in Storkow statt. Hier wurde neben intensiver musikalischer Probenarbeit sehr wesentlich an den gesungenen Inhalten der Messlieder gearbeitet. Mehrere Religionslehrkräfte führten dazu Einheiten mit vielfältigen Methoden zur thematischen Erschließung der Lieder durch und setzten sich unter anderem mit den Themen Zukunft, Vertrauen, Anfrage Gottes an menschliche Unzulänglichkeiten und das Angebot seiner liebenden Annahme, Erbarmen und Hoffnung auseinander. Die Ergebnisse dessen wurden in geeigneter Form bei den Abschlusskonzerten im Dom Fürstenwalde präsentiert. Endphase des Schulprojektes Vor der Endphase unmittelbar vor den Konzerten wurde wieder ein Probendoppeltag mit Übernachtung von Freitag zu Samstag auf dem Schulgelände des Bernhardinums durchgeführt. Elternbeteiligung sicherte hier die kulinarische Versorgung. Die Räumlichkeiten stellte das Bernhardinum. In der Konzertwoche gaben Haupt-, Soundcheck- und schulöffentliche Generalprobe den letzten Schliff, bevor dann am Freitag die Premiere mit Empfang und der Abschlussabend mit dem zweiten Konzert das Ereignis abschlossen. Warum machen wir das? Die tief berührten Reaktionen der Konzertbesucher der letzten Jahre einerseits, die Rückmeldungen der aktiven Schüler am jeweiligen Projektende andererseits und die voll von dankbarer Erinnerung geprägten Äußerungen Ehemaliger sind uns wesentliche Motivation zum Angebot des diesjährigen Projektes Lied vom Licht 15/16. In seiner Relevanz hat es die Dimension eines kleinen
Fachbereichsprojektes deutlich verlassen und die Größenordnung eines Schulprojektes mit Wirksamkeit für die ganze Schule erreicht. Die Strahlkraft der pastoralen Arbeit, die hier auf diversen Ebenen geleistet und von den Jugendlichen mitgenommen und verinnerlicht wird, hat deutliche Auswirkungen auf das Schulleben insgesamt. Neben der wesentlichen Verankerung im Fachbereich Musik sind die Fachbereiche Religion wie oben beschrieben, der Fachbereich Kunst zur Erstellung der Plakate und Info-Karten, der Fachbereich Deutsch zur Arbeit am Programmheft und weitere Beteiligte in der Moderation, beim Catering und mehr im Projekt engagiert. Stephan Peters Gesamtverantwortlicher Schuljahresprojekt Lied vom Licht 15/16

ADAM 14/15

In einem bunten Strauß popularmusikalischer Stile wurden in einer szenischen Rahmenhandlung Überlegungen zum Menschen an sich, seiner Beziehung zum Göttlichen und den Bedingungen gelingenden Menschseins entfaltet und Antworten aus christlicher Perspektive angeboten.
Vom rockigen Song über die latino-afro-weltmusikalische Sparte und die große Feuerzeugballade wurde der Bogen gespannt und bot eine Vielzahl persönlicher Anknüpfungspunkte sowohl inhaltlich als auch musikalisch.

David 13/14 ein Musikprojekt wie David

Musikplakat_MailformAls vor rund drei Jahren die Entscheidung für ein Musikprojekt getroffen wurde, standen wir vor der Wahl zwischen zwei Oratorien – Prince of Peace, dem Jesusoratorium von Ralf Grössler und eben David König, Sänger und Poet von Klaus Heizmann. Die damaligen Strukturen, Umstände und die mögliche Kooperation mit dem Jugendchor Ludwigsfelde haben den David ausgestochen und ihn auf die Reservebank geschickt. Ähnlich erging es dem Sohn Isais auch, als ihn sein Vater erst nicht der Salbung zum König würdig befand. Er ließ ihn bei den Schafen, obwohl der Prophet Samuel alle Söhne sehen wollte. Schließlich fiel die Wahl doch auf David damals vor rund 3000 Jahren und bei uns 2013 für das Musikjahresprojekt am Bernhardinum.
Nach einer Messe mit Neuen Geistlichen Liedern 2008/09, einer Jazzvertonung des Magnificats, zwei Oratorien und dem Tripelprojekt zur Filmmusik im vergangenen Jahr ist David nun unser sechstes Musikjahresprojekt in Folge geworden. Einige Aspekte wirken von außen routiniert und eingespielt. (Und doch ist immer alles neu und jedes Jahr anders!) Es hatte sich ein Chor von Jugendlichen der Jahrgänge sieben bis zwölf zusammengefunden, um ein Jahr unter der Leitung von Frau Milchmeyer an den Chorpartien zu arbeiten. Das nach dem Abgang einiger Abiturienten deutlich verjüngte Orchester changiert auch in dem Jahr 2013 zwischen Routine und Neuerfindung. Die Chorklassen fünf und sechs von Frau Müller und Frau Milchmeyer hatten ihr Jahresprogramm auf David eingestellt. Im Januar wurde die Hauptprobenarbeit in der Jugendbildungsstätte Hirschluch geleistet, alles andere musste in den wieder nur rund monatlichen Proben von je zwei Stunden bewältigt werden. Die Tage im Hirschluch waren erheblich verdichtet durch die uns so wichtige thematische Arbeit, die uns den Titelhelden des Oratoriums nahegebracht hat und die unabdingbare persönliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des Stückes und der Person Davids ermöglichte.
David entpuppte sich als hin- und hergerissen zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen als König, Sänger und Poet aber auch als Krieger, Ehemann, Vater, Glaubender mit diversen Facetten. Wie in der Musik des Oratoriums nicht alles allen von ganzem Herzen zusagt, hadert auch David mit den unterschiedlichen Ansprüchen. Wie David immer wieder scheitert und an den Missliebigkeiten seiner Gegner zu verzweifeln droht, haben auch Chorsänger, Solisten und Musizierende im Orchester ihre persönlichen Hürden im Werk. Wie er bleiben aber auch sie am Ball und tun das Aufgetragene mit ganzer Kraft, immer auch in einer vergleichbaren Art von Gottvertrauen. Auch die strukturellen Widerstände Davids ließen sich in unserer Projektbewältigung als Parallele entdecke. Zum Beispiel in dem erworbenen Notenmaterial, das uns leider immer wieder Überraschungen bereitete, aber auch im Schulalltag, der sich eben nicht immer mit den Bedürfnissen der Projektarbeit kompatibel zeigte. David setzt sich mit den Herausforderungen auseinander, findet Mitstreiter und macht möglich, was eben geht auch diese Erfahrung konnten wir machen.
Letztlich versöhnt sich David mit seinem Gott, bekommt immer wieder die Chance zum Neubeginn und wird zu guter Letzt zum geachteten König seines Volkes, ganz in der Vielschichtigkeit seiner Person. Auch wir haben uns das Werk von Klaus Heizmann zu eigen gemacht und es mit all unseren Möglichkeiten neu geformt und zu einer bernhardinumstypischen Fassung arrangiert. Die operesken Solopartien von Sopran und Bariton übernehmen die Chorklassen und einzelne Solisten aus dem Großen Chor. Damit bekommt David eine neue Leichtigkeit, die das Original in seinem Pathos vermissen lässt. Auch haben unsere spezifische Orchesterbesetzung und unser musikalischer Ansatz mit zusätzlichen Drumsetpartien und dem Einsatz von Gitarren den getragenen Grundtenor beschleunigt und David eine Frische verliehen, die unseren Akteuren und hoffentlich auch dem Publikum entgegenkommt.
Nicht zuletzt der Verzicht auf die salbungsvollen Bibelzitate und Sprechpassagen aus dem Originalkonzept und deren Ersatz durch eine szenische Rahmenhandlung, deren Text von unserem Kollegen Herrn Tautz geschrieben wurde und von einigen Chormitgliedern umgesetzt wurde, gab unserem David ein ganz neues Gesicht.
Wir wurden in eine Meta-Ebene entführt, in der sich junge Menschen mit der Vorbereitung auf die Aufführung eines Davidoratoriums und der Auseinandersetzung mit der Titelfigur beschäftigt haben. Sie waren Spiegel der realen Protagonisten, die das Projekt trugen und verwirklichten. Mit allem Engagement, ihren Zweifeln, ihren Überlegungen und letztlich ihrer Begeisterung.
Stephan Peters

popplakat2012Jahresprojekt “Prince of Peace” im Schuljahr 2011/12

Mit großem Enthusiasmus nahmen wir uns dieses Schuljahr eines doppelchörigen Gospeloratoriums von Ralf Grössler an. Die kollegiale Verstärkung im Fachbereich Musik und die Einbeziehung der Chorklassen unserer Grundschule sowie das überaus große und motivierte Interesse der Schülerschaft haben uns diesen Schritt wagen lassen. Unterstützt wurden wir außerdem durch den Jugendchor der Gemeinde Ludwigsfelde, der im Laufe der Probenarbeit zu uns stieß.
Von dem abendfüllenden Werk in vier Teilen befassten wir uns mit der ersten Hälfte, der Geburt und dem Wirken Jesu. Gospelmusik kontrastiert zu klassischen Choralmelodien, Swing schleicht sich ein und eine moderne Klangvielvalt prägt insgesamt die Titel dieses Oratoriums.
Auch mit diesem Projekt unternahmen wir eine TrO-Probenfahrt in die Bildungsstätte Hirschluch , es war mit rund 130 Beteiligten eine besondere Herausforderung!
Erst in der Konzertwoche konnten wir die Puzzleteile “Jugendchor Bernhardinum”, “Krümel”, “weitere Chorklassenkinder”, “Jugendchor St. Michael Ludwigsfelde” und unser Orchester in nur zwei Proben zusammenfügen. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, 180 Musizierende sich finden zu sehen, die separat gearbeitet hatten und nun zusammenbrachten, was zusammen gehörte. Die inhaltliche Erschließung in der TrO-Fahrt war eine gute und wichtige Grundlegung und die musikalische Ebene zu meistern. Insgesamt über 1400 Gäste konnten sich davon in drei vollen Konzerten überzeugen.

magnificatmailbildJahresprojekt “Magnificat – The Groovy Version Of OX” im Schuljahr 2010/11

Wegen der regen Nachfrage gab es 2010/11 wieder ein Musikjahresprojekt. Es beginnt Tradition zu werden und wird zum festen Bestandteil des Schullebens, dass sich Schülerinnen und Schüler als Projektgemeinschaft in Chor und Orchester für ein Jahr auf ein Werk einlassen, dass gegen Ende des Schuljahres zur Aufführung kommen soll. Diesmal stürzten wir uns auf das “Magnificat” von Christoph Schönherr. Jazz trifft in diesem Werk Latein, Orchester begegnet Band, Maria singt englisch und alle Interessierten waren eingeladen, sich mit auf den Weg zu machen. Proben an rotierenden Wochentagen begleiteten uns im Schuljahr und im Januar fand eine Probenfahrt mit TrO-Profil in die Jugendbildungsstätte Hirschluch statt.
Zwei erfolgreiche Aufführungen im Dom mit regem Besucherinteresse krönten die Arbeit. Besonders die spürbare intensive Auseinandersetzung der Akteure mit dem Inhalt des Stückes, Ergenbis der Tage religiöser Orientierung, ließ die Konzerte zu einem ganz eigenen Erlebnis werden. In eigenen Umsetzungen des Marienlobliedes präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre Wahrnehmung des Textes und ihren ganz eigenen Bezug zu seinem Inhalt. So ging auch in diesem Jahr das Projektergenbis weit über die rein musikalische Ebene hinaus und hat Musizierende und Publikum spürbar bereichert.

abschlusskonzerta6dpi96Jahresprojekt „”Die Spur von morgen”“ ein NGL-Oratorium im Schuljahr 2009/10

Auf Wunsch vieler vieler Schülerinnen und Schüler und mit dem Ansporn eines begeisterten und auch berührten Publikums im letzten Schuljahr legten wir auch im Schuljahr 2009/10 ein musikalisches Jahresprojekt für Chor und Orchester auf.
Der Schwung aus der NGL-Messe “Lied vom Licht” trug uns diesmal in ein Oratorium desselben Komponisten, Gregor Linßen.
In der Rahmenhandlung setzen sich ein kirchenferner aber unvoreingenommener Mensch und ein immer neu hinterfragtes Gemeindemitglied über die Anfänge der Kirche von Pfingsten über Stephanus bis Paulus auseinander. Die jeweils gestellten Anfragen habendabei die Akteure des Projektes ebenso beschäftigt wie im Juni 2010 das Publikum unserer Aufführungen.
Gestalterisch geht Linßen über die reine Liedform hinaus, um den Handlungsansprüchen der Oratoriumsform gerecht zu werden. So bekommen Solopassagen eine wesentliche Bedeutung und auch szenische Elemente werden ihren Raum bekommen.
Die musikalische Spannweite reicht, wie schon “Das Lied vom Licht”, von der durch Bandelemente geprägten Rockballade über klassisch-ruhige Gesänge, latin gefärbte Lieder, Jazz- und Gospelanteile bis zu rhythmisch komplexen Vortragsstücken. Die breite musikalische Palette aus dem “Lied vom Licht” wird in “Die Spur vom morgen” damit noch weiter entwickelt und versprach ein spannendes Probenjahr, interessante inhaltliche Arbeit und ganz viel Spaß und Freude für alle Beteiligten des Projektes.